Filme Russland

DER DIE ZEICHEN LIEST (UCHENIK)

Land: Russland 2016
Länge: 118 Min., Russ. Om dt. U, FSK: ab 12
Regie: Kirill Serebrennikov
Buch: Kirill Serebrennikov nach dem Theaterstück „Märtyrer“ von Marius von Mayenburg

Foto: Neue Visionen Filmverleih

„Der die Zeichen liest“ zeigt, wie schnell sich Jugendliche in den Fundamentalismus hineinsteigern – und rechnet dabei mit Staat und Kirche in Russland ab. „Der die Zeichen liest“ erzählt von einem Einzelnen, der die Ordnung herausfordert, weil er meint, die Bibel auf seiner Seite zu haben.

Im Film „Der die Zeichen liest“ terrorisiert ein junger Außenseiter mit seinen religiösen Moralvorstellungen Schule und Familie. Um den Einfluss der Kirche auf die russische Zivilgesellschaft, geht es Regisseur Kirill Serebrennikov, der eine zerstörerische Radikalisierung beobachtet.
Seit August 2017 stand der russische Film-, Theater- und Opernregisseur Kirill Serebrennikov unter Hausarrest. Dem regierungskritischen Künstler wird Betrug vorgeworfen, weltweit haben sich zahlreiche Künstler mit ihm solidarisch erklärt. Sein Film DER DIE ZEICHEN LIEST ist eine furiose Groteske, die 2016 in Cannes euphorisch gefeiert wurde.

Filmtrailer, dt. UT:

Bericht Radio 1, Knut Elstermann, inkl. Trailer: www.youtube.com/watch?v=UdtjknZ5Ic8

Pressestimmen:
„Es gibt kein Entrinnen. Es ist wie mit etlichen Filmen von Lars von Trier. Man sträubt sich dagegen, aber sie gehen einem nicht aus dem Kopf.“ TAGESSPIEGEL
„Ein provokanter Genre-Mix über religiösen Fanatismus – erschütternd und verstörend, irrwitzig und fies.“ SPIELFILM.DE

ARRHYTHMIA (ARITMIYA)

Produktion: RUSSLAND, FINNLAND, DEUTSCHLAND 2017
Länge: 116 MIN, O. m. engl. UT
Regie: Boris Khlebnikov

Foto: déjàvu-film

Einfühlsam und mit skurrilem Humor inszeniert Khlebnikov diese gesellschaftskritische Liebesgeschichte.

Oleg (Aleksander Yatsenko) ist ein talentierter Notarzt, der seinen Beruf im Krankenhaus mit Leidenschaft ausübt. Da er bürokratische Richtlinien und „effizienzerhöhende“ Sparmaßnahmen immer wieder ignoriert, liegt er oft mit dem Management im Clinch. Auch in Olegs Privatleben läuft nicht alles rund: er trinkt zu viel und seine Frau, die taffe Ärztin Katya mit der er eine Einzimmerwohnung teilt, verkündet ihm eines Tages verzweifelt, dass sie sich scheiden lässt.

Filmtrailer:

Pressestimmen:
„Der russische Regisseur Boris Khlebnikov schildert in „Arrhythmia“ eine Allerweltsgeschichte in hart realistischen Bildern – und doch mit herzzerreißender, lakonischer Poesie.“ DER SPIEGEL
„Im dokumentarischen Stil inszeniert, lässt uns der Film dank der Kameraführung am Leben der Protagonisten teilnehmen und Empathie für sie entwickeln. Gleichzeitig zieht der Film die Zuschauer direkt hinein in eine russische Realität, die Gegenstand kontroverser gesellschaftspolitischer Diskussionen ist.“ FILMFESTIVAL COTTBUS

DIE SANFTE (KROTKAYA)


Land: Frankreich, Deutschland, 2017, 143 Min. FSK: ab 12
Sprache: Deutsche Synchronfassung
Regie/Drehbuch: Sergei Loznitsa

Film-Still, Foto: Grandfilm

Die Sanfte ist ein Filmdrama nach der gleichnamigen Novelle von Fjodor Dostojewski um eine Frau, die ins Gefängnis geht, um herauszufinden, was mit ihrem Mann geschehen ist.

Eine Frau lebt alleine am Rande einer kleinen russischen Stadt. Ihr Mann ist im Gefängnis, regelmäßig schickt sie ihm Pakete. Als eines ihrer Päckchen zurückkommt, bemüht sie sich, den Grund dafür zu erfahren. Doch ihre Suche nach Antworten führt die Frau schließlich immer tiefer in einen Sumpf aus Ignoranz, Selbstsucht und Unmenschlichkeit.

Die Sanfte (russisch Кроткая, Krotkaya) ist nach Mein Glück (2010) und Im Nebel (2012) der dritte Spielfilm des ukrainischen Drehbuchautors und Regisseurs Sergei Loznitsa, der sich von Fjodor Dostojewskis Novelle „Die Sanfte“ inspirieren ließ. Der Film feierte am 25. Mai 2017 seine Weltpremiere im offiziellen Wettbewerb der 70. Internationalen Filmfestspiele von Cannes. Der deutsche Kinostart war am 3. Mai 2018.

ARTE-Bericht: www.arte.tv/de/videos/077757-000-A/kino-die-sanfte/
Trailer deutsch:

Pressestimmen:
„Die Hinterlassenschaft des Kommunismus ist Loznitsas eigentliches Thema, dahinter steckt aber eine alte Frage: Warum lassen sich die Menschen in Russland so viel gefallen?“ FAZ
„Die Suche nach der Wahrheit ist auf Umwege angewiesen. Auf einen besonderen Blick, auf Überzeichnung, auf eine Komik, auch wenn sie nicht zum Lachen bringt.“ SPIEGEL.DE

NOMINAL EMPIRE

Land: Russland 2018
Länge: 10 Min., Virtual Reality-Kurzfilm
Sprache: Russisch, Original mit engl. Untertiteln
Regie: Denis Semionov, Natalia Severina

Filmplakat © Denis Semionov

Das Künstler/innenduo Denis Semionov und Natalia Severina, bekannt für ihr Werk „Between Petrov and Vodkin“, setzt sich erneut mit der russischen Avantgarde auseinander. Eine Diktatur kann viele Gesichter haben. Welche Rolle aber spielt der einzelne Mensch in der Geschichte? Was kann er ausrichten? „Nominal Empire“ ist ein interaktiver Virtual Reality-Kurzfilm. Er erzählt die Geschichte des berühmten Theaterregisseurs Meyerhold, der die obersten Führer einer fiktiven Sowjetmacht tötet, um sich selbst zum totalitären Führer auszurufen. Er proklamiert die Diktatur des ProletariART – eine Gesellschaft, deren einziger Wert die Kunst ist. Fortan benennt er sein Land „Nominal Empire“, wo allein Künstler, Regisseure und Schauspieler die politische Herrschaft innehaben. Und Meyerhold ist nun bereits seit 100 Jahren im Amt, denn er ist unsterblich. – Der Kurzfilm wurde bereits auf zahlreichen Festivals ausgezeichnet, zuletzt 2018 mit dem Open Frame Award des GoEast-Festivals, Wiesbaden.

Trailer: http://saintdenis.ru/nominalempire

IM AUGE TRAUM (Kurzfilm über den Dichter Rainer Maria Rilke und Russland)

Produktion: Deutschland/Russland, 2017
Länge: 25 Min.
Produzent: Studio Passagier, Staatliches Literaturmuseum der Russischen Föderation

Regie: Anastasia Alexandrowa

Der Film von Anastasia Alexandrowa blendet das heutige und Rainer Maria Rilkes imaginäres, goldenes Russland übereinander. Er war einer der wichtigsten Beiträge des trinationalen Projektes „Rilke und Russland“, das das Deutsche Literaturarchiv Marbach, die Schweizerische Nationalbibliothek Bern und das Staatliche Literaturmuseum der Russischen Föderation Moskau in allen drei Staaten 2015-2018 mit großem Erfolg ins Werk gesetzt haben.
Thomas Schmidt, Künstlerischer Leiter der internationalen Ausstellung „Rilke und Russland“

Trailer: https://vimeo.com/287515460

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