Fr, 28. Oktober, Theater Alte Molkerei
19.15 Uhr Film & Gespräch
Filmvorführung „MAIDAN“
Ukraine/Niederlande 2014
Dokumentarfilm
Regie & Drehbuch: Sergei Loznitsa
Länge: 130 Min., Original mit deutschen Untertiteln

Im Anschluß an den Film: Publikumsgespräch mit Gästen aus Deutschland und der Ukraine zum Thema „Euromaidan – der Wandel der ukrainischen Gesellschaft und die Folgen für Europa“
Gäste: Boris Breitschuster (Ukraine-Experte und FOCUS-Journalist), Dmytro Kuleba (Sonderbotschafter des Außenministeriums der Ukraine), Olena Provylo („Congress of Cultural Activists“) und Regisseur Sergei Loznitsa (angefragt),
Moderation: Armin Fuhrer, Publizist.

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Filmstill aus „MAIDAN“, Foto: Grandfilm

Kurzinhalt:
Von Dezember 2013 bis zur Flucht von Janukowitsch am 20.2.2014 zeichnet Losnitza die Dynamik des Volksaufstandes auf dem Maidan-Platz nach, der als friedliche Massendemonstrationen gegen den Kurswechsel der ukrainischen Regierung begann. Mehr als eine halbe Millionen Menschen versammelten sich am 23. November auf dem Maidan, sangen die Nationalhymne und verlangten eine Fortführung der Westorientierung des Landes. Nach und nach aber kippt der friedliche Protest in eine bürgerkriegsähnliche Auseinandersetzung um, der Platz verwandelt sich in eine Wagenburg, von den „Berkut“-Truppen immer mörderischer bedrängt.

Pressestimmen:
„Atemberaubend! Ein Film, der Maßstäbe setzt“. THE HOLLYWOOD REPORTER

„Sergej Loznitsas MAIDAN ist in gewissem Sinne ein+ fast stummer Dokumentarfilm: Keine Helden, kein Plot, die Kamera hält, unbewegt und unbeweglich, als Chronist fest, was im Zentrum Kiews im Winter 2013/14 zu sehen und zu hören war. Masse und Macht: Menschen, Demonstranten, Musiker, Sänger, Volksredner, nur ganz am Rande mal ein Politiker“. DIE WELT

„Überraschend, erschreckend, wunderschön!“ SIGHT & SOUND

„Der international renommierte Filmemacher Sergei Loznitsa liefert mit seinem Film eine Innensicht der Ereignisse, die er aus großem Abstand, quasi von den Rändern aus beobachtet. In langen, teils „indirekten“ Einstellungen dokumentiert er den Revolutionsalltag, seine Normalität, die jenseits der bekannten Nachrichten- und TV-Bilder stattfindet.“ FILMGAZETTE

Sergei Loznitsa – Zur Person

Foto: Petr Novák, Wikipedia

Sergei Loznitsa: geboren in Weißrussland, aufgewachsen in Kiew, hat der Regisseur danach zehn Jahre lang in Moskau gelebt, nun seit über 15 Jahren in Berlin. Auf die Frage, wo seine Heimat liege, sagt der 51-Jährige einfach, „in der Kultur“. In seinen Filmen begibt sich Loznitsa gern ins Politische. „Maidan“ ist bereits sein zweiter Film, mit dem er zum europaweit wichtigsten Filmfestival in Cannes eingeladen wurde.
Loznitsa zählt zu den bedeutenden Filmpersönlichkeiten des zeitgenössischen Films.

 

 

Sa, 29. Oktober, Theater Alte Molkerei
17.00 Uhr Film & Gespräch
Filmvorführung „ROAD MOVIE UKRAINE“
Dokumentarfilm, D 2015
Regie: Olga Petrova & Lutz Jahnke
Länge: 65 Min., Original mit deutschen Untertiteln

Im Anschluß an den Film: Publikumsdiskussion zum Thema „Kunst statt Krieg – über das Engagement der Zivilgesellschaft in Krisenzeiten“
Gäste: Olena Provylo („Congress of Cultural Activists“),
Kateryna Ray (Kunsthistorikerin), Olga Petrova und Lutz Jahnke (Regie),
Moderation: Prof. Jürgen Haase, Kulturmanager/Biennale-Direktor

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Dreharbeiten zu „Road Movie Ukraine“, Charkiw, Foto: Lutz Jahnke

Ukraine, was geht das uns an? ­– Für das große Land im Osten Europas interessierte sich die Mehrheit der Deutschen herzlich wenig, ehe Maidan-Aufstand, Krim-Krise und Bürgerkrieg unsere Medien bestimmten.
„Was macht das mit den Menschen, wenn am Rande der EU für Freiheit gestorben wird?“ fragten sich der Deutsche Lutz Jahnke und die Ukrainerin und in Deutschland lebende Olga Petrova. Ist kulturelles Leben dort überhaupt noch möglich? Und wie sieht es aus?

In ihrem unkonventionellen „Road Movie Ukraine“ bereisen die zwei jungen Produzenten, beides Kunstdesigner, sie Ukrainerin, er Deutscher, in 17 Tagen die Ukraine, um dem Alltag und der Stimmung in der Bevölkerung des krisengeschüttelten Landes nachzuspüren.
Ihre Impressionen halten sie in 65 Minuten auf Zelluloid fest. – Eine Hommage an eine politisch engagierte Bevölkerung auf der Suche nach Kunst, Musik und Poesie.

Pressestimmen:
„Der Dokumentarfilm ROAD MOVIE UKRAINE blickt hinter die Grauschleier der Kriegsbilder.“ FRANKFURT CARPE DIEM

„Die junge Generation, im Film wirksam in Szene gesetzt, übermittelt ein Lebensgefühl von Freiheit und Beschwingtheit. Sie macht Lust auf ein Land, das sich in den letzten Jahren so hart und verletzt zeigen musste.“ KRITIKERBLOG.COM

 

So, 30. Oktober, Theater Alte Molkerei
15.00 Uhr:
Filmvorführung „Love Me“
Ukraine/Türkei, 2013
Romantic Comedy
Regie: Mehmet Bahadır Er, Maryna Gorbach
Länge: 90 Min., Original mit engl. Untertiteln

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Filmplakat, Foto:Tato-Film

In der ukrainisch-türkischen Co-Produktion gibt es neben den zwei Hauptdarstellern einen weiteren – Kiew, Hauptstadt der Ukraine. In der verschneiten Zauberwelt des Kiewer Winters entfaltet sich eine berührende Romanze.
Eine Gruppe junger türkischer Männer reist nach Kiew, um es nochmal so richtig krachen zu lassen“ bevor Cemal in Istanbul eine arrangierte Ehe eingehen soll. In einem einschlägigen Vergnügungsclub trifft Cemal auf Sasha. Sie ist die Geliebte eines wohlhabenden, verheirateten Geschäftsmannes. Als der ihren Geburtstag vergisst, beschließt sie, sich mit einem unvergesslichen Abend zu entschädigen. Ewig hat sie sich ein Kind gewünscht, ihr Liebhaber will das aber ganz und gar nicht. So macht sie sich in jener Nacht auf die Suche nach einem Mann, mit dem sie ihr Kind zeugen will. – Just in demselben Club wie Cemal. Ohne dass sie die Sprache des anderen sprechen, lassen Sie sich auf eine heiße Nacht miteinander ein – bis sie eine Entscheidung treffen müssen: Weiter im alten Trott oder dem Leben eine neue Wendung geben?

Spannendes Detail am Rande: die Filmemacher, Bahadır Er und Maryna Gorbach sind selbst ein türkisch-ukrainisches Liebespaar.

Pressestimmen:
„Ein mitreißender Film“. JAY WEISSBERG, VARIETY

„Unter der Oberfläche dieses nachdenklichen Filmes werden multi-kulturelle wie soziale Konflikte sichtbar“. HOLLYWOOD REPORTER