Gastland Russland

Deutschland und Russland haben eine lange gemeinsame politische und kulturelle Geschichte, zum Teil mit schicksalhaften Verbindungen. Die politischen Rahmenbedingungen haben sich seit der Wiedervereinigung 1990 auf der Welt stark verändert. Ohne „Perestroika und Glasnost“, ohne die Bereitschaft, der damaligen Sowjetunion und der Alliierten, der Teilung Deutschlands ein Ende zu bereiten, wäre Europa nicht das, was es heute repräsentiert.

Ein globaler Wandel, ein Wandel der Annäherung das sind die zukünftigen Perspektiven der unterschiedlichsten Länder. Natürlich dominiert die aktuelle Lage zwischen Russland, Deutschland und Europa unser derzeitiges Bewusstsein. Stichwörter dazu sind, die Krim, die Entwicklung in der Ukraine und die gegenwärtigen wirtschaftlichen Sanktionen.

Bilder entstehen in unseren Köpfen, generiert aus der Flut von Nachrichten, die morgen wieder überholt sind. Was bleibt, sind Urteile, häufig aber auch Vorurteile. In diesem Kontext spielen Kultur, der Kunstaustausch und der persönliche Dialog eine wichtige Rolle. Die Begegnungen von norddeutschen und russischen Künstlern aus Moskau, St. Petersburg und Berlin, ermöglichen es, durch Malerei, Literatur, Filme und Diskussionen ein großes Verständnis für den jeweils anderen zu erzeugen. Getreu dem diesjährigen Motto „Culture – Creating – Confidence“, Kultur schafft Vertrauen, lädt die Biennale russische Künstler zum internationalen Dialog nach Worpswede ein.

Die Biennale 2018 kann ein Mittler sein zwischen Deutschen und Russen. Die damit verbundene Vertrauensbasis, auf die man sich in beiden Ländern stützen kann, hilft gerade jetzt in schweren Zeiten, das Umfeld unserer gesellschaftlichen Zusammenarbeit mit Russland wieder zu stärken.

Foto: D. Roesler / WFI

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