Künstler aus der Ukraine

Auf Einladung der „Kunst- und Filmbiennale“ werden junge, ukrainische Künstler auf der Biennale zu Gast sein, um ihre rund 20 Werke in zwei Ausstellungen gemeinsam mit deutschen Künstlern persönlich vorzustellen.
Hier finden Sie die Übersicht der Künstler, deren Werke in den Galerien und Museen in Kiew ab dem 27. September 2017 präsentiert werden:

Inara Bagirova – Malerei
Kateryna Buchatska – Installation
Vitaliy Kokhan – Installation
Denys Kravets – Foto-Collage
Marsel Onisko – Digitale Collage
Ruslan Tremba – Mixed Media
Elmira Shemsedinova – Malerei
Oleksiy Sai – Excel-Art
Oleksii Zolotariov – Bildhauer
IWIK Studio – Media art, Animation
GAZ-Art Group (Vasil Grublyak and Oleksii Zolotariov) – Multimedia
Ivan Svitlychnyi – Bildhauer

Beispielhaft möchten wir Ihnen hier drei Künstler aus der Ukraine vorstellen:

Elmira Shemsedinova

Foto: Privat

Zur Person:
Elmira Shemsedinova wurde 1989 in Kiew geboren. 2007 absolvierte sie die „Staatliche Kunsthochschule Shevchenko“ und 2013 machte sie ihren Abschluß an der „Nationalen Akademie der Bildenden Künste und Architektur“ in Kiew. Sie arbeitete überwiegend als Malerin, mit Öl, Acrylfarben und fertigt Aquarelle.
Ein bedeutendes Projekt in ihrer Karriere war die Ausstellung im Museum „Middle Art School №6“ in Suzhou/China. Im Jahr 2016 nahm sie am ‚BIRUCHIY‘ Kunstprojekt teil, und 2017 war sie Teilnehmerin der „Kiewer Kunstwoche“. – Die Künstlerin lebt und arbeitet in Kiew.

 
 

Zum Werk:
Derzeit arbeitet Shemsedinova mit dem Motiv der Landschaften. Grundlage sind ihre Aquarell-Skizzen, die sie auf der Halbinsel Krim anfertigte, nachdem diese von Russland annektiert wurde. Ihre Vorfahren waren Krim-Tataren, sodass sie sich den Menschen dieser Region besonders verbunden fühlt.
Von ihrem letzten Aufenthalt dort, im Jahr 2015, brachte sie ein Heft mit Aquarellvorlagen mit, um diese später auf großformatige Leinwände zu übertragen. Die Idee dahinter: Ölgemalde im Stil von Aquarellen zu fertigen. Mit diesem Effekt zielt die Künstlerin darauf ab, die Rolle der Krim-typischen Landschaften zu unterstreichen. – Ihre Arbeit „Searching“ (Die Suche) entstand während ihrer Künstlerresidenz im „BIRUCHY“-Kunstprojekt als Teil des Projektes „Die Geburt der Tragödie aus dem Geiste der Musik“.

„Searching“ (Die Suche), 2017, Öl auf Leinwand, 300 x 120 cm, Foto: E. Shemsedinova


Denys Kravets

Foto: Privat

Zur Person:
Denys Kravets wurde 1990 in Kiew geboren. Er studierte an der grafischen Fakultät der „Nationalen Universität für Technologie und Design“ (KNUTD) in Kiew. Seine Leidenschaft gilt neben der Grafik der analogen Fotografie. Eines der Hauptprojekte in seiner künstlerischen Karriere war die Einzelausstellung „Das Gesetz der Ähnlichkeit“ im Art Arsenal (Mistetskiy Arsenal), Kiew/Ukraine im Jahr 2011.
2012 erhielt er den Preis der „Goldenen Kamera“ für Konzeptionelle Fotografie. Im selben Jahr nahm er an der Ausstellung „Cult of the body“ der unabhängigen Kunstgruppe „Ukrainian Photograhic Alternative“ (UPHA) in Bristol/England teil. Kravets lebt und arbeitet als freischaffender Künstler in Kiew und Paris.

 

Zum Werk:
Sein Grundsatz ist: Sei nur dann künstlerisch tätig, wenn Du etwas zu sagen hast – oder lass es.
Kravets kreiert Foto-Collagen in einem frühen Fotografie-Verfahren, der „Ambrotypie“. Hierbei handelt es sich um ein fotografisches Direktpositiv-Verfahren, das im nassen Kollodiumverfahren (Nassglas-Kollodium-Prozess) hergestellt wird und zwischen 1852 und 1890 verwendet wurde. Die Bildwirkung der Ambrotypie basiert auf einer knapp belichteten und entwickelten iod- und bromsilberhaltigen Kollodiumschicht auf Glas. Die Ambrotypie funktioniert wiefolgt: Das weißliche Glasnegativ wird mit schwarzem Papier oder Samt hinterlegt und erhält so seine positive Bildwirkung. Kurz gesagt: Das Negativ erscheint vor schwarzem Untergrund als Positiv.
Das zentrale Leitmotiv der Arbeit von Denys Kravets ist die menschliche Figur. Hierfür studiert er das Abbild des Menschen an belebter und unbelebter Materie, etwa in der mystischen Tradition des Judentums, der Kabbala und in der Alchemie. In Europa wurde die Alchemie im Mittelalter als Ars Magna, die Große Kunst, bezeichnet und ihre Praxis diente künstlerischem Schaffen.
In seinen Werken hinterfragt Kravets immer wieder die Beziehung zwischen Geist und Materie.

Aus dem Projekt „Reality is not obvious“ (Die Realität ist nicht offensichtlich) 2012,
Reproduktion als „Ambrotype“ in Digitaldruck, 21 x 29,7 cm, Foto: Denys Kravets


Vitaliy Kokhan

Foto: Privat

Zur Person:
Vitaliy Kokhan wurde 1987 in Sumy im Nordosten der Ukraine geboren. Er absolvierte die „Staatliche Akademie für Design und Bildende Kunst“ in Charkiw.
Kokhan arbeitet in nahezu allen Gattungen der Kunst, insbesondere auch als Grafiker und Land-Art-Künstler.
Wichtige Ereignisse in seiner künstlerischen Laufbahn waren das Künstlersymposium im Dorf Mogrytsya (Sumshchyna) und die Ausstellung „Night“, gemeinsam mit Artur Samofalov und Oleg Carpeev im Jahr 2006, und das Projekt „MAPA 1“ und „MAPA 2“ im Jahr 2016/17, mit Kateryna Buchatska. Im Jahr 2013 absolvierte er eine Künstlerresidenz im Rahmen des Programmes K.A.I.R in Kosice/Slowakei. Kokhan lebt und arbeitet in Charkiw/Ukraine.

Zum Werk:
Künstlerischer Schwerpunkt seiner Arbeit ist das Phänomen der Kunst an sich – ihr Selbstzweck und Image. Kokhans künstlerisches Oeuvre schafft einen fast unmöglichen Spagat. Es erscheint einerseits archaisch, andererseits zeitlos. Aus alltäglichen Objekten schafft er genreübergreifende Werke, die sich jeglicher Klassifikation entziehen.

„The Hand, The Sand and The Reflection“ (Die Hand, der Sand und die Reflektion), 2013,
Installation, Mixed media, Foto: V. Kokhahn

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