Künstler Russland

Auf Einladung der „Kunst- und Filmbiennale“ werden russische Künstler auf der diesjährigen Biennale zu Gast sein, um ihre rund 40 Werke in drei Ausstellungen gemeinsam mit deutschen Künstlern persönlich vorzustellen.
Hier finden Sie die Übersicht jener Künstler, deren Werke in den Worpsweder Galerien und Museen ab dem 25. Oktober 2018 präsentiert werden:

Die Teilnehmer der Biennale:

Derzeit werden die Teilnehmer der Biennale durch die Kuratorin ausgewählt. Ab dem 20. August erhalten Sie an dieser Stelle einen Überblick über diese Künstlerpersönlichkeiten.
Beispielhaft möchten wir Ihnen nachfolgend drei Künstler aus Russland vorstellen, die ihre Teilnahme bereits zugesagt haben:

Evgeni Dybsky

Foto: privat

Zur Person:
Evgeni Dybsky wurde 1955 in Constanza in Rumänien geboren. Das Studium absolvierte er an der Moscow Art School sowie dem Surikov Art Institute in Moskau. Aufgrund der Teilnahme an vielen bedeutenden internationalen Gruppen- und Einzelausstellungen sind seine Werke heute in zahlreichen namhaften Museen und Privatsammlungen auf der ganzen Welt vertreten u.a. in der Kunsthalle Stiftung Henry Nannen (Emden), Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen, im Zimmerli Art Museum (New Jersey, USA) oder im Museum Ludwig in Köln. 2013 wurden seine Arbeiten im Museum für Moderne Kunst in Moskau zu ausgestellt. Heute lebt und arbeitet er in Moskau und Berlin.

Zum Werk:
Evgeni Dybsky beschäftigt sich in seiner Malerei mit dem Motiv der Zeit und ihrer Vergänglichkeit. Zudem interessiert ihn die Transformation von Materie. Sein Anliegen ist es, diesen Wandlungsprozess künstlerisch einzufangen und erfahrbar zu machen. Zunächst fokussierte der Künstler sich in diesem Zusammenhang auf die abstrakte Landschaftsmalerei, doch auch seine jüngste Werkserie „Translation of Time“, an der Dybsky seit 2013 arbeitet, bleibt diesen zentralen Fragestellungen treu. Allerdings erweitert Dybsky hier die Auseinandersetzung mit dem Phänomen der zeitlichen und materiellen Transformation: Angeregt durch die Auseinandersetzung mit den Werken Jacopo Tintorettos finden hier das Licht und die Anklänge an die Hell-Dunkel-Malerei, wie sie sich in der Spätrenaissance und im Barock entwickelte, ihren Niederschlag.

„Translation of Time XVII/ Tintoretto included“ #58/59 © Evgeni Dybsky


Anastasia Khoroshilova

Foto: Burkhard Maus

Zur Person:
Khoroshilova wurde 1978 wurde in Moskau geboren. Von 1999 – 2004 studierte sie Fotografie an der Folkwang-Schule in Essen, wo sie ihr Studium mit Auszeichnung abschloss. Sie ist als freie Künstlerin tätig und lehrt an der Rodchenko School of Photography and Multimedia in Moskau. Ausgestellt wurden ihre Arbeiten u.a. im Haus der Kulturen der Welt, Berlin (2013), im Kunsthaus Baselland (1012). Außerdem war sie Teilnehmerin der 54. Venedig-Biennale (2011). Khoroshilovas Arbeiten sind in zahlreichen Sammlungen vertreten, darunter z.B. in der Sammlung der Citigroup Private Bank, New York und im Moskauer Museum of Modern Art. – Khoroshilova lebt und arbeitet seit 2007 in Moskau und in Berlin.

Zum Werk:
Anastasia Khoroshilova dokumentiert in ihren Arbeiten die ländlichen Lebensräume Russlands, die sie zwischen Vergangenheit und Gegenwart verortet. Khoroshilovas Blick ist dabei kein rein dokumentarischer, sie setzt sich selbst ins Verhältnis zu den von ihr Porträtierten. Dies wird besonders deutlich in den Serien „Russkie“ und „Islanders“, die Kinder und Jugendliche in Ihrem Lebensumfeld zwischen ländlichen Milieus und Großstadt, Kinderheimen und Sportkasernen zeigen. Es sind diese komplexen Serien mit denen sie den Menschen, den verschiedenen Völkern und Glaubensbekenntnissen dieses weiten Landes nahekommt, das keineswegs als eine einheitliche Nation und Kultur zu begreifen ist.

Kunstwerk: „Russkie 2“, 2007, Print, 100 x 125 cm, © A. Khoroshilova


Inna Artemova

Foto: privat

Zur Person:
Inna Artemova wurde 1972 in Moskau geboren. Von 1989 bis 1995 studierte sie Architektur an der Moskauer Hochschule für Architektur (MARChl). Wenig später wurde sie mit dem 2. Platz des Architekturpreises der Russischen Föderation ausgezeichnet.
Artemova arbeitet vornehmlich als Malerin. Ihre Werke sind in zahlreichen internationalen Sammlungen, wie der Kunstsammlung der Deutschen Bank und in der Privatsammlung von Alison und Peter W. Klein vertreten. Seit 1998 lebt und arbeitet sie in Berlin.

Zum Werk:
Die Künstlerin und Architektin Inna Artemova setzt sich in ihren großformatigen Arbeiten mit dem Verhältnis zwischen sozialen Utopien und Architektur auseinander. Die Werkgruppe „Reinventing Utopia“ dokumentiert eine Welt im ersten Moment nach einer Katastrophe. Die Annäherung an das Thema der sozialen Utopien ist biografisch geprägt. Während des Architekturstudiums am Moskauer Institut kam sie mit der sogenannten „Papierarchitektur“ in Berührung. Mit ihren futuristischen Gegenentwürfen wandte sich diese gegen die starre, an Planvorgaben orientierte Staatsarchitektur eines bereits im Niedergang befindlichen politischen Systems. Unter dem Einfluss dieser visionären Bewegung entwickelte Artemova eigenständige architektonisch geprägte Visionen für eine künftige Gesellschaft.

„Utopia 02 a“, 2017, Öl auf Leinwand, 185 x 190 cm, © I. Artemova

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