Künstler Russland

MENSCH, Kosmos! – Zeitgenössische Kunst aus Russland und Norddeutschland“.
Unter dem Biennale-Motto „Kultur schafft Vertrauen“ werden die Arbeiten von 16 russischen und norddeutschen Künstlerinnen und Künstlern im Kontext ihrer Malerei, Fotografien, Installationen, Videoarbeiten oder Skulpturen an drei Worpsweder Ausstellungsorten in Beziehung gesetzt. „Die Ausstellung will die Menschen beider Länder in ihren Lebensräumen, ihren Träumen und Sehnsüchten betrachten und den Besuchern der Biennale einen anderen Blick abseits von Klischees ermöglichen. Vertrauen findet statt, wenn sich die Angst vor dem Fremden abbaut.“ Eleonora Frolov, Ausstellungsmacherin

Auf Einladung der „Kunst- und Filmbiennale“ werden junge russische Künstler auf der Biennale zu Gast sein, um ihre rund 40 Werke an drei Ausstellungsorten in Worpswede gemeinsam mit deutschen Künstlern persönlich vorzustellen. Hier finden Sie die Übersicht jener russischen Künstler, deren Werke in den Worpsweder Galerien und Museen ab dem 25. Oktober 2018 präsentiert werden. Beispielhaft möchten wir Ihnen nachfolgend drei Künstler aus Russland vorstellen.

Danja Akulin (RUS | Zeichnungen)
Inna Artemova (RUS | Malerei)
Katerina Belkina (RUS | Malerei, Fotografie)
Olga Chernysheva (RUS | Video | Zeichnungen)
Ivan Gorshkov (RUS | Skulptur)
Anastasia Khoroshilova (RUS | Fotografie)
Alexandra Paperno, (RUS | Zeichnungen)
Zoopark Publishing Collective: Tatyana Palyga und Alexander Bondar (RUS | Fotografie | Buchobjekte)

Katerina Belkina

Foto: Karsten Meissner

Zur Person:
Katerina Belkina wurde 1974 in Samara geboren, im Südosten der damaligen Sowjetunion. Ab 1989 studierte sie an der Kunstschule und der Petrow-Wodkin-Kunstakademie in Samara. 2000 bis 2002 studierte sie an der Michael-Musorin-Akademie für Fotografie in ihrer Heimatstadt. Mitte der 2000er Jahre wurde Belkina international bekannt, als die italienische Zeitschrift „Il Fotografo“ sie in der Reihe „Große Fotografen“ vorstellte. 2007 wurde sie für den russischen Kandinsky-Preis nominiert. 2009/2010 nahm sie an der ersten Fotobiennale des Russischen Museums im Marmorpalast in Sankt Petersburg teil. Während der Kunstmesse Art Paris 2013 wurde Belkina einem größeren Kunstpublikum bekannt. Ihre Werke wurden als beispielhaft für die moderne Kunstszene Russlands angeführt. Sie nahm an namhaften Gruppen- und Einzelausstellungen teil und erhielt zahlreiche Preise, darunter den „Lucas Cranach Preis“ 2015 und den „Hasselblad Masters Prize“ 2016. Die Künstlerin lebt und arbeitet in Berlin.

Zum Werk:
Katerina Belkina arbeitet als Malerin und Fotografin. Die Künstlerin fokussiert sich ganz auf
Frauenporträts, in den letzten Jahren zumeist auf Selbstportraits. Belkina untersucht in ihren
theaterähnlich inszenierten Bildern die Psychologie menschlicher Beziehungen untereinander sowie
zur Außenwelt. Für abstrakte Gefühle wie etwa Freude, Verzweiflung, Gleichgültigkeit, Begeisterung
und Neid findet sie neue Formen der Visualisierung, indem sie ihr eigenes Gesicht und ihren eigenen
Körper benutzt. Belkina arbeitet mit einem Mix verschiedener Medien. Der Malerei entnimmt sie die
Farbgebung, Realität und Persönlichkeit entnimmt sie der Fotografie, die Endbearbeitung stammt
aus dem Pinsel eines Grafikprogramms. Einer Collage ähnelnd setzt sie auf diese Weise Charakter
und Raum neu zusammen und erzeugt einen spannenden Dialog mit dem Betrachter.

„Revolution Street“, 2014, Print, 120 x 100cm, © K. Belkina


Anastasia Khoroshilova

Foto: Burkhard Maus

Zur Person:
Khoroshilova wurde 1978 wurde in Moskau geboren. Von 1999 – 2004 studierte sie Fotografie an der Folkwang-Schule in Essen, wo sie ihr Studium mit Auszeichnung abschloss. Sie ist als freie Künstlerin tätig und lehrt an der Rodchenko School of Photography and Multimedia in Moskau. Ausgestellt wurden ihre Arbeiten u.a. im Haus der Kulturen der Welt, Berlin (2013), im Kunsthaus Baselland (1012). Außerdem war sie Teilnehmerin der 54. Venedig-Biennale (2011). Khoroshilovas Arbeiten sind in zahlreichen Sammlungen vertreten, darunter z.B. in der Sammlung der Citigroup Private Bank, New York und im Moskauer Museum of Modern Art. – Khoroshilova lebt und arbeitet seit 2007 in Moskau und in Berlin.

Zum Werk:
Anastasia Khoroshilova dokumentiert in ihren Arbeiten die ländlichen Lebensräume Russlands, die sie zwischen Vergangenheit und Gegenwart verortet. Khoroshilovas Blick ist dabei kein rein dokumentarischer, sie setzt sich selbst ins Verhältnis zu den von ihr Porträtierten. Dies wird besonders deutlich in den Serien „Russkie“ und „Islanders“, die Kinder und Jugendliche in Ihrem Lebensumfeld zwischen ländlichen Milieus und Großstadt, Kinderheimen und Sportkasernen zeigen. Es sind diese komplexen Serien mit denen sie den Menschen, den verschiedenen Völkern und Glaubensbekenntnissen dieses weiten Landes nahekommt, das keineswegs als eine einheitliche Nation und Kultur zu begreifen ist.

Kunstwerk: „Russkie 2“, 2007, Print, 100 x 125 cm, © A. Khoroshilova


Inna Artemova

Foto: privat

Zur Person:
Inna Artemova wurde 1972 in Moskau geboren. Von 1989 bis 1995 studierte sie Architektur an der Moskauer Hochschule für Architektur (MARChl). Wenig später wurde sie mit dem 2. Platz des Architekturpreises der Russischen Föderation ausgezeichnet.
Artemova arbeitet vornehmlich als Malerin. Ihre Werke sind in zahlreichen internationalen Sammlungen, wie der Kunstsammlung der Deutschen Bank und in der Privatsammlung von Alison und Peter W. Klein vertreten. Seit 1998 lebt und arbeitet sie in Berlin.

Zum Werk:
Die Künstlerin und Architektin Inna Artemova setzt sich in ihren großformatigen Arbeiten mit dem Verhältnis zwischen sozialen Utopien und Architektur auseinander. Die Werkgruppe „Reinventing Utopia“ dokumentiert eine Welt im ersten Moment nach einer Katastrophe. Die Annäherung an das Thema der sozialen Utopien ist biografisch geprägt. Während des Architekturstudiums am Moskauer Institut kam sie mit der sogenannten „Papierarchitektur“ in Berührung. Mit ihren futuristischen Gegenentwürfen wandte sich diese gegen die starre, an Planvorgaben orientierte Staatsarchitektur eines bereits im Niedergang befindlichen politischen Systems. Unter dem Einfluss dieser visionären Bewegung entwickelte Artemova eigenständige architektonisch geprägte Visionen für eine künftige Gesellschaft.

„Utopia 02 a“, 2017, Öl auf Leinwand, 185 x 190 cm, © I. Artemova

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