Künstler aus der Ukraine

Auf Einladung der „Kunst- und Filmbiennale“ Worpswede werden bedeutende zeitgenössische Künstler aus der Ukraine auf der Biennale zu Gast sein, um ihre rund 40 Werke erstmals und persönlich in Niedersachsen vorzustellen.

Hier finden Sie die Übersicht der Künstler, deren Werke in den Galerien und Museen von Worpswede ab dem 27. Oktober 2016 präsentiert werden:

Oleksandr Babak     |     Nazar Bilyk     |     Oleg Golosiy     |     Oleksandr Gnylytskiy
Kseniya Gnylytska     |     Oleg Tistol     |     Kostiantyn Reunov     |     Valeria Trubina
Andriy Sagaidakovsky   |     Oleksandr Diachenko    |     Illya Isupov     |     Mykola Matsenko
Pavlo Makov     |     Marina Skugareva     |     Oleksandr Roytburd     |     Oleksandr Zhyvotkov
Sviter Art Group     |     Anatol Stepanenko     |     Pavlo Kerestey     |     Oleksii Zolotariov
GAZ     |     Roman Minin     |     Iryna Fedder     |     Mykita Kadan     |     Sergiy Petlyuk
Arsen Savadov     |     Anna Mironova     |     Oleg Kapustyak     |     Artem Volokitin

Oleg Tistol und Oleksii Zolotariov, zwei der führenden Vertreter der zeitgenössischen Kunstszene ihrer Heimat, sind Teil der insgesamt zehn Künstler umfassenden Gästedelegation, die ihr Kommen zur „Kunst- und Filmbiennale 2016“ in der norddeutschen Künstlerkolonie zugesagt hat.

Beispielhaft möchten wir Ihnen hier drei Künstler aus der Ukraine vorstellen:

Port_Oleg TistolOleg Tistol

(geb. 1960 in Vradiyivka, Region Mykolaiv/Ukraine) arbeitet als Maler, Grafiker, Bildhauer und Installationskünstler.

Oleg Tistol zählt zu den führenden zeitgenössischen Künstlern der Ukraine. Seine Werke, bestehend aus Malerei, großflächigen Installationen, Fotos, Skulpturen und Objekten sind prägend für die zeitgenössische Kunst seines Landes. Ab der zweiten Hälfte der 80er Jahre beschäftigte er sich mit dem Thema der nationalen Identität der Ukraine unter Heranziehung post-avantgardistischer Gestaltungsstile – sein Haupthema war dabei die Suche nach der neuen „Schönheit von Stereotypen“.

Unter Bezugnahme auf den „Ukrainischen Barock“, auf die Mythen und Helden der nationalen oder der Altertumsgeschichte, verwendet er sowjetische Zeichen und Symbole und modifiziert ihre ursprüngliche Bedeutung, wie etwa im Zyklus „Ukrainian money“.

Seine Arbeiten befinden sich in zahlreichen Sammlungen in Europa und den USA.

Oleg Tistol

„Roksolana“ aus dem Zyklus „Ukrainisches Geld“, 1995, Öl auf Leinwand, 280x480cm, Foto: O. Tistol

 


Port_Oleg GolosiyOleg Golosiy

(geb. 1965 in Dnipropetrovsk/Ukraine, gest. 1993 Kiew/Ukraine)

Bis zu seinem frühen Tod war Golosiy ungemein produktiv. In nur acht Jahren schuf er über 270 großformatige Bilder. Seine Aussagen zeichnen sich aus durch ihre große Ausdruckskraft und Plastizität. Mit überbordender Phantasie erschuf er „Paralleluniversen“ und war dabei zugleich enorm detailreich – ein Mystiker, in dessen Werken sich Raum und Zeit aufzulösen scheinen. Der Kritiker A. Solovyov schrieb über ihn: „Ein geradezu kindlicher Ungehorsam paart sich in seiner Kunst mit plötzlichem Ernst. Die Reinheit des Naiven und das Absurde eines Harlekin. Sein aufrichtiges Engagement für die natürliche Sinnlichkeit und ein geradezu tranceartiger Anspruch an sich selbst führen eine Koexistenz in diesem jungen Mann.“

 

Oleg Golosny

„Selbstbildnis“, 1998, Öl auf Leinwand, 80x70cm, Foto: privat

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


Port_Oleksii ZolotariovOleksii Zolotariov

(geb. 1985 in Kiew/Ukraine) arbeitet als Bildhauer und zählt zur vielversprechenden jungen Künstlergeneration seines Landes. Zolotariov absolvierte die „National Academy of Fine Arts and Architecture“ von 2003–2010.

2013 wurde er für ein Residenzprogramm im „Yorkshire Sculpture Park“ in West Yorkshire/England ausgewählt. Zudem wurde er beim Wettbewerb um den „Besten ukrainischen Nachwuchsbildhauer“ und beim „Sculpture Project-Festival 2012 in Kiew ausgezeichnet.

Zolotariov wurde 2013 auf die Liste der besten Bildhauer der Ukraine gesetzt und gilt als aussichtsreicher Künstler der Zukunft. Er ist Mitbegründer des bekannten Künstlerkollektivs GAZ und nimmt regelmäßig an Kunstausstellungen und Residenzprogrammen in der Ukraine teil.

Sein künstlerischer Gestus zeugt von akademisch geschultem Stil, ist jedoch keineswegs auf traditionelle Themen und Ausdrucksformen reduziert. Er entwickelte einen vollkommen eigenständigen Ausdruck, der an die Ukrainische Avantgarde angelehnt ist. Seine bildhauerischen Arbeiten befinden sich im öffentlichen Raum in der Ukraine.

Oleksil Zolotariov

„Mechanisches Orange/1“, 2014, Bemaltes und oxydiertes Metall, Höhe: 160cm, Foto: privat