Worpswede, das Künstlerdorf

Hans am Ende, Weites Land

„Weites Land“, Hans am Ende, 1902, Öl auf Leinwand

„Worpswede, Worpswede … es ist ein Wunderland“, schrieb die Malerin Paula Becker 1897 in ihr Tagebuch, und der Dichter Rainer Maria Rilke schwärmte von einem „Himmel von unbeschreiblicher Veränderlichkeit und Größe“. Birkengesäumte Alleen führen in das 25 km nordöstlich von Bremen gelegene Künstlerdorf am Rande des sagenumwobenen Teufelsmoores, wo einst der Riese Hüklüt mit Sand aus seinen Holzschuhen den Worpsweder Weyerberg entstehen ließ.

Fritz Mackensen, der als Entdecker Worpswedes für die Kunst gilt, machte den Ort 1889 zusammen mit seinen Künstlerfreunden zur Wahlheimat und legte damit den Grundstein für die Künstlerkolonie. Den Freiluftmalern der ersten Stunde sind bis in die Gegenwart viele Künstler unterschiedlichster Couleur gefolgt. Aktuell leben und wirken rund 140 Kunstschaffende in Worpswede und Museen zeigen neben Sonderausstellungen die klassischen Werke der berühmten Gründergeneration. Galerien und Ateliers bieten regionale und internationale zeitgenössische Kunst und eindrucksvolle Künstlerarchitektur präsentiert sich umgeben von Gärten oder versteckt im Wald.

Der reizvolle Ort lädt mit vielen künstlerischen und kulturellen Angeboten immer wieder zum Entdecken und Verweilen ein. Den Sommer über locken zudem Torfkahnfahrten und Zugfahrten im legendären Moorexpress sowie gute Möglichkeiten für Radtouren. Im Winter ist Worpswede neben Ausstellungen und Veranstaltungen willkommener Anziehungspunkt für ausgedehnte Spaziergänge.

Die Verbindung von Kunst, Kultur und Landschaft erzeugt nach wie vor eine einzigartige Atmosphäre, die Worpswede das ganze Jahr über zum besonderen Erlebnis macht. (Text: Dr. Birgit Nachtwey, Kunsthistorikerin)