Künstler aus Worpswede

Um den Diskurs mit den teilnehmenden Künstlern zu befördern, werden die Arbeiten von Worpsweder Künstlern in ein Spannungsfeld zu den Werken des Gastlandes Ukraine gestellt. Insgesamt werden 10 Künstler aus dem Worpsweder Raum am Festival teilnehmen. Stellvertretend werden an dieser Stelle drei Persönlichkeiten aus diesem Kreis vorgestellt.

Die Teilnehmer der Biennale:

Erhard  Kalina     |     Ingrid Steckelberg     |    Karin Bison-Unger     |     Barbara Heine-Vollberg
Klaus Benhof     |     David Didebulidze     |     Franziska Hofmann     |     Peter-Jörg Splettstößer
Uwe Häßler     |     Marina Krasnitskaya

Beispielhaft möchten wir Ihnen nachfolgend drei teilnehmende Worpsweder Künstler vorstellen:

Port_Klaus BenhofKlaus Benhof

Klaus Benhof wurde 1949 in Bremen geboren und ist seit 1976 wohnhaft in Worpswede. Von 1979 bis 2000 war er als Realschullehrer tätig und von 2000 bis 2005 widmete er sich dem freien Kunst- und Philosophiestudium an der Universität Bremen. Als Künstler arbeitet er seit den 1990er-Jahren mit dem Medium der Fotografie. Dabei stand zunehmend die Relativierung überkommener Wertmaßstäbe der Fotografie im Vordergrund. Die reine Abbildung der Wirklichkeit trat in den Hintergrund, nur noch die Idee erhielt ihre Berechtigung im Dialog mit dem Abgebildeten.

Benhofs Fotoarbeiten stellen ein konzeptionelles Statement zur sichtbaren Realität und ihrer Wahrnehmung dar. Die Bilder dienen dabei lediglich der Visualisierung von existenziellen Erfahrungen mit den für ihn subjektiv sichtbaren Dingen. Der fotografische Prozess führt dabei zu einer poetischen Verschiebung des Motivs. Anstelle des naturgetreuen Abbildes steht die Schaffung eines neuen, eigenständigen Bildobjektes. – Für die vorliegende Sequenz „Knochenskulpturen“ wurden tierische Knochen als Basismaterial zur fotografisch-inszenierenden Gestaltung verwendet. Aus einem großen Fundus vorpräparierter Knochen wurden Gebilde arrangiert, die nur für den Moment des Fotografierens Bestand hatten. Sie zeigen objekthafte Wesen, die einem evolutionären Prozess entsprungen zu sein scheinen. Sie sind rein imaginierte Gebilde, die, angeregt durch die vorhandenen Formen der Knochen, aus der eigenen Phantasie, dem Licht und den technischen Möglichkeiten der Fotografie geschaffen wurden.

Bild Benhof_#02

„Fotoskulptur #02, Fotoskulptur #01, Fotoskulptur #14“, 2011, Fotografie, Lambda Belichtung auf Galerie-Fotopapier, auf Alu-Dibond kaschiert, 120 x 80 cm, © VG Bild-Kunst, Bonn 2016

 


_DSC8019.NEFFranziska Hofmann

Franziska Hofmann wurde 1978 in Karl-Marx-Stadt (jetzt Chemnitz) geboren. 1999 nahm sie ihr  Studium der bildenden Kunst an der Freien Kunstschule Berlin auf. 2001 Beginn des Studiums der bildenden Kunst an der Universität der Künste, Berlin und 2007 Absolventin der Universität der Künste als Meisterschülerin bei Prof. Held. Von 2008 bis 2015 war sie als freischaffende Künstlerin in Berlin tätig. Seit 2015 lebt und arbeitet sie in Worpswede.

Das künstlerische Credo von Franziska Hofmann lautet „Unser Lebensraum ist gelebte Wirklichkeit und besteht aus einer Vielfalt unterschiedlich konstruierter Räume. Sie entstehen quer zur sichtbaren Realität“.

Die perspektivisch- dynamischen Arbeiten von Franziska Hofmann vermitteln dem Betrachter ein Gefühl von Raum und Bewegung. Die Idee des Raumes ist reduziert auf ein lineares Gerüst, das durch farbliche Flächen in seiner räumlichen Wahrnehmung gesteigert wird. Getragen durch das dynamische Raster erscheint die Leinwand nahezu dreidimensional. Verortung und Bezugspunkt im Raum bilden die in momenthaft bewegten Gesten dargestellten Figuren. Der Eindruck von Bewegung wird durch eingefügte Transparentpapiere, farbliche Störfelder oder unabhängige Raumfragmente potenziert. Seit 2001 stellt sie an verschiedenen Orten Deutschlands aus.

Damaskus, 2016, 140x160cm, Mischtechnik auf Leinwand, 72 dpi

„Damaskus“, 2016, Mischtechnik auf Leinwand, 140 x 160 cm


Port_Marina KrasnitzkayaMarina Krasnitskaya

Marina Krasnitskaya wurde 1969 im heutigen St. Petersburg geboren. Von 1986 bis 1992  absolvierte sie die Staatliche Künstlerische und Industrielle Akademie in St. Petersburg. 1992 machte sie ihre Diplomarbeit in Keramik und arbeitete bis 1994 als freischaffende Künstlerin im eigenen Atelier. 1994 übersiedelte sie nach Deutschland. Von 1995 bis 2000 nahm sie an Einzelausstellungen teil, entwarf Installationen im öffentlichen Raum und arbeitete als Illustratorin. Ab 2004 arbeitete sie als freischaffende Künstlerin und Grafik-Designerin. Ihre Arbeiten werden im In- und Ausland gezeigt.

Die Malerin und Grafik-Designerin arbeitet bevorzugt in Acryl, Öl und Mischtechniken. Ihre Motive sind von streng geometrischer Anordnung und haben figürliche Darstellungen zum Thema, häufig als Frauenfiguren in Szene gesetzt. Ihre Inspirationsquelle ist die Welt des Gestern mit ihren Gefühlen und Erfahrungen wie Liebe, Sehnsucht, Hoffnung und dem Zustand des Wartens. Aus fragmentierten Bildern blicken filigran gezeichnete Frauengestalten, die in ihrer Ebenmäßigkeit an die Heldinnen russischer Märchenfilme erinnern. Ihre zumeist großformatigen, farblich intensiven Acrylbilder sind angelehnt an die traditionelle Formensprache der Volkskunst ihrer russischen Heimat. Die märchenhafte Symbolik erweitert um eine strukturgebende, kubistische Gliederung, verleiht ihren Bildern vieldeutige Interpretationsmöglichkeiten. Das Motto der Künstlerin lautet „Finden macht frei.“

Bild_Krasnitzkaya

„Das Berliner Kind“, 2015, 100 x 80 cm, Acryl auf Leinwand, Gold, Spachtelmasse, Zeichentusche