WORPSWEDER KÜNSTLER

Um den Diskurs mit den teilnehmenden Künstlern zu befördern, werden die Arbeiten von Worpsweder/Bremer Künstlern in ein Spannungsfeld zu den Werken des gastgebenen Landes, Ukraine, gestellt. Insgesamt werden 9 Künstler aus dem Worpsweder und Bremer Raum am Festival teilnehmen. Stellvertretend werden an dieser Stelle drei Persönlichkeiten aus diesem Kreis vorgestellt.

Die Teilnehmer der Biennale:

Waldemar Otto     |     Ingrid Steckelberg     |    Karin Bison-Unger     |     Margaret Kelley     |     David Didebulidze     |    Rüdiger Lubricht      |     Peter-Jörg Splettstößer |     Uwe Häßler     |     Sibylle Springer

Sibylle Springer

Foto: Frank Scheffka, Bremen

Zur Person:
Die 1975 in Münster geborene Sibylle Springer arbeitet als Malerin. 2004 schloß sie ihr Studium an der Bremer Hochschule für Künste in der Klasse von Katharina Grosse und Karin Kneffel mit Diplom ab. Insbesondere die während eines DAAD – Stipendiums gewonnenen Eindrücke in der Weltmetropole New York haben Spuren in ihrem Werk hinterlassen. 2008 wurde sie mit dem renommierten Karl Schmitt-Rotluff-Stipendium ausgezeichnet. Von 2015-2016 hatte sie einen Lehrauftrag an der Hochschule für Künste, Bremen inne. Sie lebt und arbeitet in Berlin und Bremen.

Zum Werk:
In Acryl auf Leinwand entstehen große Formate, deren Wirkung von Ambivalenzen gekennzeichnet ist: Sie pendeln zwischen Abstraktion und Figuration, Zeigen und Verbergen, Schönheit und Schrecken, Geschichte und Gegenwart, Tradition und Neuerung. Grundlage bilden alte und aktuelle Kunstwerke, die sie in ihre Malerei überträgt und deren ursprüngliche Bildinhalte sie dem visuellen Zugriff entzieht. Auf diese Weise eröffnet sie – je nach Betrachtungsabstand – immer andere Perspektiven auf vermeintlich altbekannte Meisterwerke der Malerei und verhandelt deren Themen neu. Ihre Arbeiten befinden sich u.a.  in den Sammlungen der Kunsthalle Bremen und der Kunsthalle Bremerhaven.

Caravaggio / Der Evangelist Matthaeus mit dem Engel, 2011, Acryl auf Leinwand, 220 x 180 cm,
Foto: Oliver Mark, Berlin


Waldemar Otto

Foto: Rüdiger Lubricht, VG Bild Kunst

Zur Person:
Waldemar Otto wurde 1929 in Petrikau / Polen geboren. 1954 schloß er sein Studium der Bildhauerei an der HfK Berlin als Meisterschüler bei Alexander Gonda ab. 1973 erhält er eine Professur für Bildhauerei an der Hochschule für Gestaltung, die er bis 1994 innehatte. Von 1976-79 bewohnt Otto den Barkenhoff und bezieht anschließend ein selbstgebautes Atelierhaus in Worpswede. Otto wurde früh durch zahlreiche Auszeichnungen international bekannt. Er zählt zu den bedeutenden Worpsweder Künstlern und zu den bekanntesten Bildhauern Deutschlands.

Agamemnon, 2009, Bronze, 205 x 68 cm,
Foto: Wolfgang Unger

Seit 1976 wohnt und arbeitet er in Worpswede.

Zum Werk:
Der Bildhauer Waldmar Otto ist vor allem bekannt durch seine Torsi, mit denen er schon 1961 begann. Er gilt als einer der größten Protagonisten einer figürlichen Plastik. Sein Augenmerk richtet sich seit 50 Jahren auf Volumina und Proportion. Otto schuf zahlreiche Brunnen und Figurengruppen im öffentlichen Raum, darunter den Neptunbrunnen in Bremen, der seine charakteristischen Figuren zeigt. Eines seiner bekanntesten Stilmerkmale ist die Figur zwischen Wänden, die schon 1969 entstehen und deren formale Verbindung er bis in die jüngste Zeit immer wieder aufgreift. Otto gießt seine modellierten Figuren vorwiegend in Bronze, nur selten entstehen Arbeiten in Marmor oder Holz.


Rüdiger Lubricht

Foto: Klaus Benhof, VG Bild Kunst

Zur Person: Rüdiger Lubricht wurde 1947 in Bremen geboren und gilt als wichtiger Dokumentarfotograf in Deutschland. Von 2001 bis 2002 war er Gastprofessor an der  Hochschule für Künste Bremen und 2008, 2010 und 2011 hatte er einen Lehrauftrag an der Kunstakademie Münster inne. Er arbeitet als freischaffender Fotograf in Worpswede. Seine Schwerpunkte sind konzeptionelle Fotografie, Industrie- und Architekturfotografie.

Zum Werk:
Rüdiger Lubrichts Fotografien bestechen durch ihren klaren Blick auf das Wesentliche. Als Fotograf verfolgt er konsequent sein zuvor festgelegtes Thema und negiert dabei jegliche Ablenkung sowohl formal als auch inhaltlich. Bekannt wurde Lubricht durch sein Langzeitprojekt Tschernobyl. Zwischen 2003 und 2011 reiste er immer wieder in die Sperrzone rund um den Reaktor und dokumentierte das Leben der wenigen Menschen, die trotz hoher Strahlenbelastung dort leben. Das International Bildungs- und Begegnungswerk (IBB) hat den dazu entstandenen Bildband „Verlorene Orte – Gebrochene Biografien“ herausgebracht. Die Ausstellung tourte durch ganz Deutschland.

Sperrzone PRIPJAT, 12teilig, 2003-2015, Fotografie, 80 x 90 cm,
Foto: Rüdiger Lubricht

 

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