Gäste Worpswede

Künstler Deutschland

Um den Diskurs mit den teilnehmenden Künstlern zu befördern, werden die Arbeiten von Künstlern aus Worpswede, Bremen und Niedersachsen in ein Spannungsfeld zu den Werken des Gastgebers, Russische Föderation, gestellt. Insgesamt werden 5 Künstler aus dem norddeutschen Raum mit ihren Werken am Festival teilnehmen. Hier finden Sie die Übersicht jener norddeutschen Künstler, deren Werke im russischen St. Petersburg ab dem 10. Oktober 2019 präsentiert werden. Beispielhaft möchten wir Ihnen nachfolgend drei deutsche Künstler vorstellen.

Die Teilnehmer der Biennale:
Nikita Afansajew (Literatur)
Tom Gefken (DE | Malerei)
Rüdiger Lubricht (DE | Fotografie)
Peter-Jörg Splettstößer, (DE | Malerei)
Ingrid Steckelberg (DE | Malerei, Mixed Media)
Karin Bison-Unger (DE | Digital Art, Fotografie, Malerei)

Nikita Afansajew

Foto: Shooresh Fezoni

Nikita Afanasjew wurde 1982 in Tscheljabinsk geboren. Aus der grauen Industriestadt am Ural folgte 1993 der Umzug ins deutsche Ebenbild, das Ruhrgebiet. Mit 17 Jahren begann Afanasjew journalistisch zu arbeiten. Zunächst war er freier Sportreporter für die WAZ. Dann studierte er Sozialwissenschaften und Journalistik an den Universitäten Düsseldorf, Prag (Tschechische Republik), Hamburg und Stellenbosch (Südafrika). Als Journalist machte er zahlreiche Reisen in den postsowjetischen Raum und schrieb u.a. für taz, fluter, 11 Freunde, Zeit online und Tagesspiegel. 2015 wurde er mit dem Deutschen Reporterpreis ausgezeichnet. „König, Krim und Kasatschok“ ist seine zweite Buchveröffentlichung.


Tom Gefken

Foto: Toma Babovic.

Zur Person:
Tom Gefken, geb. 1960 in Bremen, studierte in Bremen Kunst bis zum Erhalt des Vordiploms als er sich entschloss, sich künftig ausschließlich der Ausübung der Bildenden Kunst zu widmen. Er ist Gründungsmitglied der Galerie des Westens (GaDeWe), die 1985 in Bremen als Produzentengalerie für Gegenwartskunst ins Leben gerufen wurde.
Als vielseitiger Künstler hat er sich mit Objektkästen Papier- und Fotoarbeiten, Malerei sowie Wand- und Rauminstallationen einen Namen gemacht. Tom Gefken nahm an Einzel- und Gruppenausstellungen in Europa und den USA teil und ist Preisträger verschiedener Wettbewerbe.

Zum Werk:
Gefkens Kunst ist inspiriert von der Malerei der Renaissance und im weitesten
Sinne von der Pop Art. Als Vorlage für seine Arbeiten dienen Gefken eigene und fremde Bilder oder Fundstücke, die er in seinen Werken collagenhaft interpretiert. Seine Arbeiten, oft ironisch gebrochen, teils tragikomisch, beschreiben jenen Moment, bevor etwas geschieht oder endet. Seine Kompositionen sind reduziert auf das Wesentliche und schaffen so vielfältige Interpretationsräume.
Die Collage ist in der Malerei Gefkens ein gleichberechtigtes Stilmittel, das sich aber am Ende der malerischen Gesamtheit fügt, in dem die Form vor dem Inhalt, dem Motiv, stets die Oberhand gewinnt. Gefken gelingt es in seinen Werken immer wieder, originäre Bildgedanken mit scharfen politischen Aussagen zu verbinden.

Objektkasten, „Le Chefsessel“, 2009, Öl, Karton, Tapete, Lack, 130 x 130 cm


Rüdiger Lubricht

Foto: Klaus Benhof, VG Bild Kunst

Zur Person:
Rüdiger Lubricht wurde 1947 in Bremen geboren und gilt als wichtiger Dokumentarfotograf in Deutschland. Von 2001 bis 2002 war er Gastprofessor an der  Hochschule für Künste Bremen und 2008, 2010 und 2011 hatte er einen Lehrauftrag an der Kunstakademie Münster inne. Er arbeitet als freischaffender Fotograf in Worpswede. Seine Schwerpunkte sind konzeptionelle Fotografie, Industrie- und Architekturfotografie.

Zum Werk:
Rüdiger Lubrichts Fotografien bestechen durch ihren klaren Blick auf das Wesentliche. Als Fotograf verfolgt er konsequent sein zuvor festgelegtes Thema und negiert dabei jegliche Ablenkung sowohl formal als auch inhaltlich. Bekannt wurde Lubricht durch sein Langzeitprojekt Tschernobyl. Zwischen 2003 und 2011 reiste er immer wieder in die Sperrzone rund um den Reaktor und dokumentierte das Leben der wenigen Menschen, die trotz hoher Strahlenbelastung dort leben. Das International Bildungs- und Begegnungswerk (IBB) hat den dazu entstandenen Bildband „Verlorene Orte – Gebrochene Biografien“ herausgebracht. Die Ausstellung tourte durch ganz Deutschland.

Sperrzone PRIPJAT, 12teilig, 2003-2015, Fotografie, 80 x 90 cm,
Foto: Rüdiger Lubricht

 

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