Künstler Russland

Um den Diskurs mit den teilnehmenden Künstlern zu befördern, werden die Arbeiten der deutschen Künstler aus Worpswede, Bremen und Niedersachsen in ein Spannungsfeld zu den Werken des Gastgebers, Russische Föderation, gestellt. Neben den fünf Künstlern aus dem norddeutschen Raum werden etwa zehn Vertreter aus der Russischen Föderation mit ihren Werken am Festival teilnehmen.
Hier finden Sie die Übersicht jener russischen Künstler, deren Werke im russischen St. Petersburg ab dem 10. Oktober 2019 präsentiert werden. Beispielhaft möchten wir Ihnen nachfolgend drei russische Künstler vorstellen.

Teilnehmer Russland:
Vladimir Abikh  (RUS | Street Art, Video- und Installationskunst, Fotografie)
Danja Akulin (RUS | Zeichnung)
Stas Bags (RUS | Skulptur, Malerei und Graffiti-Kunst)
Kirill Chudinskiy (RUS | Digitale Malerei)
Alexandr Matrosov (RUS | Land Art)
Igor Yanovsky (RUS | Malerei, Grafik)
Balalayka Jam (RUS | Ethno-Crossover-Musik)

Danja Akulin

Foto: Svetlana Stepanova

Zur Person:
Danja Akulin wurde 1977 in Leningrad geboren. Seine künstlerische Ausbildung schloss er in Berlin ab. Dort studierte er von 2000 bis 2005 an der Hochschule der Universität der Künste in der Klasse von Georg Baselitz, anschließend als Meisterschüler bei Daniel Richter. Akulins Arbeiten wurden in zahlreichen Einzel- und Gruppenausstellungen gezeigt, zuletzt 2014 auf der 6. Biennale der Zeichnung im Kunstverein Eislingen. 2017 erhielt er das Elizabeth Greenshields Foundation-Stipendium.

Zum Werk:
Akulins schwarz-weiß Zeichnungen bestechen durch ihre minimalistische Natur. Er greift dabei größtenteils auf Materialien wie Graphit, Kohle und Bleistift zurück. Auf großformatigen Zeichenpapieren variiert er die Stärke und Feinheit der Linien, um eine Auflösungen der Konturen zu erreichen. Durch die virtuose Technik des Zeichners, anstelle einzelner Linien eine große Dichte und Vielzahl kleiner Linien zu setzen, erlangen seine Landschaften eine große Unmittelbarkeit. In seinen Bleistift- und Graphitzeichnungen macht er häufig das unbearbeitete, weiße Papier zum Teil der Komposition. Das Papier wird dabei auf Leinwand aufgezogen, dann auf Keilrahmen gespannt. Durch diese eigentlich der Malerei vorbehaltene Präsentationsform betont Danja Akulin den eigenständigen Charakter der Kunstgattung des Zeichnens.

„Untitled“, 2014, Bleistift auf Papier, auf Leinwand aufgezogen, 64 x 81 cm, Foto © Matthias Kolb


Stas Bags

Foto: S. Bags

Zur Person:
Stas Bags, so der Künstlername, Jahrgang 1984, besuchte von 2004 bis 2007 das ProArte Institut für russische Nachwuchskünstler in St. Petersburg. Von 2001 bis 2007 war er Student an der Russischen Staatlichen Pädagogischen Universität „A. I. Herzen“, St. Petersburg. 2013 war er Gast an der KUVA-Kunstakademie in Helsinki, Finnland. Er erhielt bereits zahlreiche Preise und Auszeichnungen.

Zum Werk:
Stas arbeitet in den Bereichen Skulptur, Malerei und Graffiti-Kunst. In seinen Installationsarbeiten bezieht er sich vornehmlich auf die dazugehörigen Orte und Plätze und arbeitet dabei gern mit „Objet trouvées“ (gefundenen Alltagsgegenständen) sehr unterschiedlicher Herkunft und Haptik. Materialien wie Plastik, Holz oder Harz und mit ihnen unzusammengehörige Dinge wie Körperteile von Puppen oder Haushaltsgegenstände fügt er neu zusammen und wirft damit Fragen zur Diskrepanz der menschlichen Natur auf. Zugleich geht es ihm um darum, Gegensätze und Unterschiede einer globaleren Natur zu thematisieren. – Seine Arbeiten befinden sich u. a. in öffentliche Sammlungen im Museum für Zeitgenössische Kunst Skopje (Mazedonien), in der LS Collection Van Abbemuseum Eindhoven (Niederlande) und in der Sammlung der Princeton University in New Jersey (USA). Zahlreiche Gruppen- und Einzelausstellugen ab 2009, z. B. „Joseph Beuys had no choice”, Galerie Kadieff (Helsinki, 2013).

Stas Bags, Installation, Foto: Stas Bags_art


Alexandr Matrosov

Zur Person:
Alexandr Matrosov, Jgg. 1971, studierte an der Theaterakademie von St. Petersburg. Er arbeitete am Andrei Moguchy Theater und an verschiedenen anderen Theatern in der Russischen Föderation. Als Künstler arbeitet er im Bereich Land Art.

Zum Werk:
Alexander Matrosov hat sich am Ufer des Finnischen Meerbusens niedergelassen. Dort findet er die angeschwemmten Materialien, aus denen er seine Installationen fertigt; Glas, verschiedene Arten von Müll und Treibholz. Aus den gefundenen Objekten errichtet Matrosov Totempfähle an den Uferstreifen der Küste, entwirft Holzskulpturen und Traumfänger. In der Arbeit des Künstlers mischen sich neopaganische Motive (an vorchristliche Religionen und Riten angelehnt) mit Elementen des Bildhauers Rodins, inspiriert von der Objektkunst eines Marcel Duchamps.
Durch die Errichtung größerer Installationen an der Küste, die an den zufälligen Betrachter gerichtet sind, arbeitet er im öffentlichen Raum an der Schnittstelle von öffentlicher Kunst und Land Art. 2019 nahm er an der 3. „Kanonersky Island Umwelt-Biennale“ auf der Russischen Insel Kanonersky teil.

Land-Art-Installation von A. Matrosov, 2018 Foto: Serafima Kostrova

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