Sonntag, 28. April 2013

Öffnung aller Museen von 10.00 bis 19.00 Uhr,
ausgenommen Barkenhoff/ Heinrich Vogeler-Museum: ab 18.00 Uhr


10.00 Uhr
Reihe: Vom Standbild zum bewegten Bild.
Vorfilm: „Max Skladanowsky oder Die Wiege des boxenden Känguruhs“

Dokumentarfilm, DDR 1987, Länge: 21 Min., ab 6 Jahren, Regie: Günter Meyer
Max Skladanowsky war ein Wegbereiter des Films. Mit seinem Bruder Emil (1866–1945) entwickelte er das Bioscop, mit dem sie am 1. November 1895 erstmals kurze Filmsequenzen vor einem zahlenden Publikum projizierten. In Anzeigen wurde die Vorführung des Bioscops als „interessanteste Erfindung der Neuzeit“ angekündigt. Das 15-minütige Filmprogramm, bestehend aus acht kurzen Filmstreifen, zu dem auch „Das boxende Känguruh“ gehörte, wurde vom Publikum begeistert aufgenommen. Mit dieser Pionierleistung gingen die Gebrüder in die Filmgeschichte ein. Anhand alter Aufnahmen, fiktiver Spielszenen und Aussagen seiner noch lebenden Tochter Lucie entsteht im Film ein lebendiges Bild seiner Leistungen und seiner gescheiterten Hoffnungen. – „“Diese Erfindung ist völlig ungefährlich““ verkündete ein Herr mit Zylinder, bevor die Känguruhs im „Wintergarten“ zu ihrer ersten Runde antraten. Das konnten seither nicht viele Erfindungen von sich behaupten.
Worpsweder Kunsthalle


10.30 Uhr
Reihe: Vom Standbild zum bewegten Bild.
Hauptfilm: „Der Photograph“, in Anwesenheit des Regisseurs

Dokumentarfilm, D 2006, Länge: 134 Min., Regie: Jürgen Heiter, Mit: Benjamin Katz, Georg Baselitz, Markus Lüpertz, Jonathan Meese, Rosemarie Trockel u.a.
Die Maschine Kunstbetrieb funktioniert – wie das Kino – nur mit Hilfe von Stars. Kein anderer hat seit den Sechzigern des vergangenen Jahrhunderts den nationalen und internationalen Kunstbetrieb und sein Starsystem umfassender dokumentiert als der Fotograf Benjamin Katz. – Regisseur Jürgen Heiter beobachtet ihn bei der Arbeit. Er schafft mit seinem Essayfilm, komponiert in 20 Sequenzen, ein Porträt des Porträtisten und Fotografen, das das Wechselspiel von Abwesenheit, Präsenz und Sichtbarmachung im Abbildungs- bzw. Darstellungsprozess reflektiert.- Katz porträtiert „seine“ Künstler, mit denen er schon lange befreundet ist, mit Diskretion und Anteilnahme. Georg Baselitz zum Beispiel: Heiter begleitet beide nach Imperia, Villa Faravelli, wo sie zusammen 2005 mit einer Ausstellung geehrt wurden. Oder Jonathan Meese, der mehrmals inmitten seiner „wagnerianischen Bilderflut-Installationen“ (Carola Willbrand) erscheint. Regisseur Jürgen Heiter porträtiert Benjamin Katz ebenfalls mit dessen Mitteln des aufmerksamen Nichtvorhandenseins und lässt so einen poetisch-sinnlich erzählten Film entstehen. Einen Film über die Kunst, das Leben und das Handwerk des „Photographen“.
Presseheft zum Film http://www.realfictionfilme.de/filme/der-photograph/assets/der-photograph_presseheft.pdf
Worpsweder Kunsthalle


11.30 Uhr
Reihe „Stadtflucht – Landsehnsucht“

Einführung zum Thema Stadtflucht – Landsehnsucht zur Jahrhundertwende vom 19. auf das 20.Jahrhundert
Dr. Katja Pourshirazi, Leiterin des Overbeck-Museums in Bremen
Theater Alte Molkerei


11.50 Uhr
Vorfilm: „Zille und sein Berlin“

Dokumentarfilm, Künstlerporträt, DDR, 1959, s/w, 23 Min.
Das Künstlerporträt zeigt den bedeutenden Zeichner und Chronisten der Berliner Unterschicht. Um die Wende zum 20. Jahrhundert begann Heinrich Zille immer bewusster, Szenen aus der proletarischen Schicht für sich als Sujet zu entdecken. Zille fand sein „Milljöh“ in den Hinterhöfen der Mietskasernen, Seitengassen und Kaschemmen der Arbeiterviertel. Man darf Zille als sozialkritischen Menschen bezeichnen. Was sein Zeichenstift hervorbrachte, schienen zwar Anekdoten und Humoresken zu sein, bei genauerer Betrachtung wird aber sowohl dem Wilhelminismus wie der nachfolgenden Weimarer Republik schonungslos der Spiegel vorgehalten. Seine Studien der Armen bebildern auf besondere Weise, den gesellschaftlichen Hintergrund der industrialisierten, unwirtlichen Städte, in denen Menschen unter unwürdigen Bedingungen schuften mußten. – Ein Klima, das indirekt verdeutlicht, weshalb sich die Menschen – und besonders die Künstler – in die Natur, in das Berückende der Landschaft sehnten.
Theater Alte Molkerei


12.45 Uhr
Augenmerk: Künstlergespräch

mit dem Regisseur Jürgen Heiter über seinen Film „Der Photograph“
Mit: Benjamin Katz, Georg Baselitz, Markus Lüpertz, Jonathan Meese, Rosemarie Trockel u.a.
Zu Gast ist Regisseur Jürgen Heiter, der 2006 als Stipendiat in Worpswede war (Barkenhoff-Residenzstipendium) und seinen Film „Der Photograph“ zum Teil im Künstlerdorf drehte. „Letztlich gilt für Jürgen Heiters Filme auch Adornos Diktum über den Essay: Ihr Inneres Wesen ist ketzerisch, sie sind provokant, herausfordernd gegenüber den Sehgewohnheiten, die durch das Kino geprägt sind, die oberflächliche Illusion die sich als Realität ausgibt. Die Filme Jürgen Heiters weisen ständig auf ihren Status des Künstlichen hin, sperren den Zuschauer nicht in eine Illusion ein wie in ein Einmachglas und begrenzen sein Denken nicht auf diesen kleinen Raum. Mit jeder neuen Sequenz, jedem Element nimmt Heiter einen Anlauf gegen das Kino, einen Anlauf hin zu den tieferen Schichten der Realität. (Thomas Böhm, Künstlerischer Leiter des Literaturhauses Köln).
Worpsweder Kunsthalle


15.00 Uhr
Reihe „Stadtflucht-Landsehnsucht“: Spielfilm „Das gelobte Land/Ziemia obiecana“

Spielfilm, PL 1974, Regie: Andrzej Wajda nach dem Roman von Władisław Reymont, Länge: 179 Min., ab 18 Jahren, deutsche Fassung. Darsteller: Daniel Olbrychski, Wojciech Pszoniak, Andrzej Seweryn, u.a.
1976 für den Oscar nominierter Filmklassiker des großen polnischen Regisseurs Andrzej Wajda nach dem Roman von Literaturnobelpreisträger Reymont. – Łódz um 1880. Die täglich anwachsende Textilmetropole, die als „polnisches Manchester“ gilt, ist ein brodelnder Hexenkessel, ein Tummelplatz für Spekulanten und Abenteurer. Drei Freunde, der junge polnische Landadlige Karol Borowiecki, der Deutsche Maks Baum und der Jude Moryc Welt, wollen an dem allgemeinen Tanz ums Goldene Kalb teilhaben und gründen, vorwiegend mit dem Geld aus Spekulationsgeschäften, eine eigene Firma. Doch ein reicher Fabrikant, der von der heimlichen Liaison seiner Frau mit Karol erfahren hat, rächt sich: Er lässt die Werkhallen anzünden… – Władisław Reymonts 1898 verfasster Roman Ziemnia obiecana bot Andrzej Wajda „ein sehr konkretes Material, das auf einer realistischen Beobachtung des Lebens gründete und auf überzeugende Weise die Maßlosigkeit enthält, das Brodeln, die Gewalt, ein gewisses Barock, kurz all das, was die industrielle Revolution jener Epoche charakterisierte“ (Image et Son). Der Regisseur entwirft, unterstützt von einer expressiven Kamera und hämmernden Musikakkorden, ein suggestives Bild der damaligen Umbrüche. Die neue Gesellschaft kommt mit Blut und Schmutz beladen zur Welt. Wenn es um Profit geht, werden alle moralischen Werte über Bord geworfen: Grausamkeit und Zynismus beherrschen die Szene; Menschenleben fallen der Gier und Gewinnsucht zum Opfer.
Theater Alte Molkerei

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17.00 Uhr
Highlight-Programm, Reihe: Zeitgeschichte im Film, “Reich und Republik”:
Teil 1: Glanz und Gloria – Die Kaiserzeit 1871-1914,
Teil 2: Die Urkatastrophe – Der I. Weltkrieg 1914-1918

Dokumentar-Reihe, D 2006, Länge: 2 x 30 Min., original historische Archivaufnahmen
„Die preisgekrönte CHRONOS – Dokumentation aus der Serie „Reich und Republik – Deutsche Geschichte von 1871 bis zur Gegenwart“ beschreibt und verdeutlicht mit einzigartigen Aufnahmen die Zeit von der Gründung des Zweiten Deutschen Reiches unter Kaiser Wilhelm und seinem Reichskanzler Bismarck 1871, die Wilhelminische Zeit, die Ereignisse der Zeit, aber auch das alltägliche Leben, Kunst und Kultur, Sport, Persönlichkeiten, Wirtschaft und Wissenschaft. Sie dient als kompakte Einstimmung auf die jeweilige Zeitepoche mit jeweils ca. 30 Minuten Länge.
Music Hall


17.00 Uhr
Film: Zeitgenössische Kunst in Deutschland

Galerie Altes Rathaus


18.00 Uhr
Reihe „Projektor & Pinsel“
Einführung zur Landschaft und Mythologie des Teufelsmoors

Theater Alte Molkerei


18.30 Uhr
„Die lange Teufelsmoor-Nacht“: „Das Teufelsmoor“, TV-Film in 6 Episoden á 60 Minuten

D, 1983, ARD-Fernsehen, Regie: Ilse Hofmann, Rainer Boldt, Darsteller: Roland Schäfer, Astrid Nestvogel, u.v.a.
Familien-Saga, beginnend mit dem Einzug der ersten Moorkolonisten im Jahre 1760 bis zum letzten Moorbauern Kähding im Jahre 1983.
(Ablauf: Folge 1 & 2: 18.30- 19.30 und 19.30- 20.30, kurze Pause. Folge 3 & 4, 21.00- 22.00 und 22.00- 23.00, kurze Pause. Folge 5 & 6, 23.30-0.30 und 0.30- 01.30 Uhr)
Theater Alte Molkerei

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19.00 Uhr
Highlight-Programm: Veronika Ferres, Filmthema: Jugendstil, Spielfilm „Klimt“

Spielfilm, Österreich, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, 2006, 98 Min., Regie: Raúl Ruiz
Die Verschmelzung von Kunst und Alltag, die Mystifizierung der Realität, die Worpsweder Schar zelebriert all dies ganz im Sinne des Jugendstils, ihre Abneigung gegen „Konversation“ und Vorliebe für „ernsten Gedankenaustausch“ wird gepflegt und gelebt. Der in Worpswede ansässige Heinrich Vogeler zählt zu den bedeutendsten Vertretern des Jugendstils. Sein berühmter Zeitgenosse war der Wiener Gustav Klimt. – Der international hochkarätig besetzte Spielfilm „Klimt“ beleuchtet das Kolorit der Jahrhundertwende, sowie Ästhetik und Formensprache dieser Epoche. Der Film bewegt sich auf den Spuren von Gustav Klimt – Künstler, Lebemann und Schwerenöter und bedeutendster Vertreter des Jugendstils. In der bildgewaltigen Filmbiografie des Malers überzeugen John Malkovich als Klimt und Veronica Ferres als seine Muse Emilie. Der Film entwirft keine vollständige Biografie, sondern beleuchtet die letzten zwei Lebensjahrzehnte des Meisters, 1900-1918. „Ein Fest fürs Auge mit einer Prachtentfaltung von Farben und Ornamenten, die ohne jede erzählerische Logik auskommt.“– Der Spiegel“

httpv://www.youtube.com/watch?v=vUyne2rhl_s

Music-Hall

highlight2a
21.00 Uhr
Highlight-Programm: Künstlergespräch auf der Bühne zum Thema: Jugendstil & Kunst

Music Hall


21.30 Uhr
Biennale-Ausklang, öffentlich

Music Hall


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